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Ihr braucht

- ein altes Top (muss auch kein so kurzes sein, kann auch ein normales Trägertop sein)

- einen 4cm breiten Gummi (für die Länge messt ihr einfach den Umfang an der Stelle, wo ihr den Gummi später haben wollt. Bei mir habe ich unter der Brust gemessen). Ihr braucht nicht die ganze Länge, da sonst der Gummi nur so aufliegt – also kann der Gummi ruhig ein paar cm kürzer sein. Ich habe bei mir 1m gemessen und 72cm benutzt.

- einen Stoff der euch gefällt. Ich habe Jerseystoff genommen. Ich habe ein 1,70 cm breites Stück verarbeitet.  Gemessen habe ich an meinem Hintern 1,20 m also ist das die Mindestbreite. Da ich Falten wollte, habe ich nochmal 50 cm dazu gerechnet. Wie lang euer Top/Kleid werden soll, könnt ihr selbst entscheiden. Mein Stoff ist 70 cm lang.

Arbeitszeit ca. eine Stunde

 

NÄHANLEITUNG:

 

1. Schritt

Ihr legt das Gummiband so aufeinander, dass beide Enden genau aufeinander liegen. Durch das zusammennähen bekommt ihr ein geschlossenes Band.

ACHTUNG: Falls der Gummi eine Vorder- und Rückseite hat, müsst ihr beim Zusammennähen darauf achten, dass die Vorderseiten aufeinander liegen.

2. Schritt

IMG_3948Nun legt ihr den Gummi um das Oberteil. Solltet ihr ein langes Top genommen haben und wollt den Gummi auch unter der Brust haben, würde ich das Top abschneiden um besser an die Stelle zu kommen. Je sauberer ihr schneidet desto leichter ist das gerade abstecken. Jetzt legt die rechte Gummiseite (falls euer Gummiband zwei unterschiedliche Seiten hat) auf die rechte Seite des Oberteils (der Oberseite). Nun steckt ihr das Band mit dem Oberteil zusammen. Passt beim nähen darauf auf, dass ihr den Gummi gleichmäßig dehnt, aber nur so, dass er sich genau an das Oberteil anpasst. Ihr könnt ihn auch genau auf das Oberteil anpassen, wenn ihr diese Falten nicht möchtet :) Abschließend  macht ein paar Millimeter über der geraden Naht (wenn das Oberteil so liegt, wie auf dem Bild – also vor dem Wenden) noch einen Zickzackstich. Das macht die Naht strapazierfähiger und verwahrt gleichzeitig das gegebenenfalls abgeschnittene Oberteil.

 

3. Schritt

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So sieht es dann aus, wenn ihr es umdreht. Nun müsst ihr den Jerseystoff (oder euren Wunschstoff) an den beiden Enden zusammennähen. Dafür legt ihr wie gewohnt den Stoff rechts auf rechts aufeinander und näht dann eine gerade Naht, um aus dem Stoffstück einen Schlauch/eine Röhre zu machen. Passt beim Jerseystoff darauf auf, dass ihr einen elastischen Stich und die richtige Nadel verwendet. Falls eure Nähmaschine diese Funktion nicht hat, stellt die Stichlänge auf das Maximale ein und näht, ohne den Stoff zu ziehen, locker am Rand entlang. Wenn ihr beim Nähen an dem Stoff zieht, kräuselt er sich am Rand sobald ihr ihn loslasst, und das Kräuseln beabsichtigen wir ja erst später ;) Vergesst nicht, auch die Seitennaht mit Zickzackstich zu verwahren. Sicher ist sicher ;) Solltet ihr keinen Jerseystoff verwenden, müsst ihr vor dem Kräuseln die obere Kante eures Schlauches mit einem Zickzackstich verwahren. Sonst könnte der Stoff ausfransen.

 

4. Schritt

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Um den Stoff auf die gewünschte Breite zu kräuseln, nehmt ihr die obere Seite eures Schlauches und näht einmal mit maximaler Stichlänge im geraden Stich am Rand entlang.

ACHTUNG: Lasst, bevor ihr anfangt zu nähen, genug Faden hinter dem Fuß und schneidet auch am Ende den Faden großzügig ab. Das macht das Kräuseln einfacher. Ihr dürft den Anfang und das Ende nicht verwahren ( nicht vorwärts-rückwärtsnähen)!

Nach dem Umranden nehmt ihr die beiden langen Anfangsfäden. Auf einem der beiden Fäden lässt sich der Stoff nach innen schieben. Das macht ihr ungefähr bis zur Hälfte. Dann nehmt ihr die beiden langen Endfäden und wiederholt das Ganze. Das macht ihr solange, bis der Stoff die Breite des Oberteils erreicht hat.

 

5. Schritt

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Diesmal wollen wir, im Gegensatz zum Oberteil, den Stoff hinter dem Gummi “verstecken” und der Gummi soll den Stoff überlappen. Dafür steckt ihr (wie auf dem Bild) den gekräuselten Stoff einfach von hinten an das Gummiband. Passt auf, dass ihr hier genau gerade absteckt, da ihr sonst einen schrägen Rock bekommt. Dann einmal mit einem geraden Stich unter dem Kräuselfaden entlang nähen. Somit sind die Kräusel fixiert. Ich habe dann noch einen Zickzackstich drüber gelegt, da das bei dem Gummiband sowieso kaum zu sehen ist und die Naht fixiert ;) Außerdem könnt ihr so im Notfall auch Unsauberkeiten bei der geraden Linie verdecken ;)

6. Schritt

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Wenn ihr Schritt 5 beendet habt und das Kleid nun umdreht seid ihr so gut wie fertig :) Je nachdem wie euer Stoff so ist und ob ihr ihn unten noch umnähen wollt. Ich habe das Umnähen in diesem Fall weggelassen, da der Stoff von selbst eine recht saubere Kante hat und das durch die Falten sowieso nicht auffällt. Aber das kann man machen wie man möchte. Solltet ihr Jerseystoff genommen haben und mit dem Umnähen und/oder der Verarbeitung des Stoffes nicht so gut klar kommen, würde ich, wenn der untere Rand für euch ok ist, wahrscheinlich darauf verzichten und ihn ggf. einfach sauber abschneiden. Was gibt es schlimmeres als ein Kleid fertig zu haben und bei der letzten Feinheit vielleicht etwas zu machen, wo das Ergebnis nicht gefällt!? Ich spreche aus Erfahrung! Mein erstes Kleid (aus richtig rutschigem Jersey) gefällt mir echt gut, aber nur wenn ich mir den unteren Rand nicht genau ansehe! Bei anderen Stoffen (z.B. Baumwollstoffe aller Art – auch Bauwolljersey) ist das Umnähen und Verarbeiten viel einfacher :)

Nun bleibt mir nur noch zu sagen: Herzlichen Glückwunsch zu eurem neuen Kleid! Ich hoffe, euch hat die Anleitung gefallen und euch gefällt euer neues Kleid. Wenn ihr wollt, könnt ihr mir ja via Facebook einige Bilder eurer Kleider schicken oder mir vielleicht Vorschläge machen, wie ich die Anleitung verbessern kann … ist schließlich meine Erste ;) Wenn ihr Fragen habt, könnt ihm mir ruhig schreiben! Weiterhin viel Spaß beim Nähen!

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